Bei Tesla Model 3, BMW i4, Polestar 2 und Mercedes EQS entscheidet mehr als die maximale Ladeleistung über einen kurzen Zwischenstopp. Wichtig sind der gesamte Ladeverlauf, die benötigte Energiemenge und der Verbrauch auf der nächsten Etappe.
Warum die bisherige Rangliste entfernt wurde
Die frühere Fassung verband nicht ausreichend belegte Batteriedaten, Ladezeiten, Preise und selbst gezeichnete Kurven zu einem vermeintlichen Vergleichstest. Auch die Modelljahre und Varianten waren nicht eindeutig zugeordnet. Die Aktualisierung enthält deshalb keine neue Leistungsrangliste. Für diese vier Fahrzeuge liegt hier keine vollständig verifizierte gemeinsame Messreihe vor.
Was eine Ladekurve aussagt
Eine Ladekurve ordnet dem Akkuladestand die momentan aufgenommene Leistung zu. Ein kurz erreichter Spitzenwert sagt nicht, wie lange das Auto diese Leistung hält. Der ADAC erläutert den Vergleich über die durchschnittliche Ladeleistung zwischen 10 und 80 Prozent. Für eine Reise zählt zusätzlich, wie viel Fahrstrecke die nachgeladene Energie unter den jeweiligen Bedingungen ermöglicht.
Diese Angaben müssen im Testprotokoll stehen
- Exakte Modellvariante, Modelljahr, Batterieversorgung und Softwarestand.
- Start- und Endladestand sowie gemessene Dauer und geladene Energie.
- Außentemperatur, Batterievorwärmung und Anfahrt zur Station.
- Leistungsfähigkeit der Säule und mögliche Begrenzung durch gemeinsam genutzte Leistung.
- Verbrauch für dieselbe Art von Strecke, mit vergleichbarer Geschwindigkeit und Witterung.
Fehlt eine dieser Angaben, kann ein Ergebnis noch für den einzelnen Versuch nützlich sein. Es sollte aber nicht als universeller Vorsprung eines Modells verkauft werden. Auch eine Herstellerangabe und ein unabhängiger Test sind keine identischen Messbedingungen.
Eine Route planen statt WLTP hochrechnen
Für Hamburg nach München braucht es eine konkrete Route, den Ladestand bei Abfahrt, eine gewünschte Reserve am Ziel und realistische Verbrauchswerte. Aus einer WLTP-Reichweite folgt weder eine garantierte Autobahnreichweite noch eine feste Zahl von Stopps. Die frühere Tabelle nannte dafür scheinbar genaue Reisezeiten und widersprach sich beim EQS; sie ist kein belastbarer Routenversuch.
Vergleichen Sie stattdessen zwei Planungen derselben Fahrt unter denselben Bedingungen. Halten Sie Ladezeit, Anfahrt zur Station, Wartezeit und ohnehin geplante Pausen getrennt fest. Überlappende Pausen dürfen nicht doppelt als Zeitgewinn angerechnet werden.
Was Flotten daraus ableiten können
Ein nominaler Unterschied von wenigen Lademinuten ist noch keine gesparte Arbeitszeit. Relevant ist, ob eine Tour früher endet oder eine zusätzliche Pause entsteht. Eine Flotte sollte dafür eigene Fahrten dokumentieren und erst anschließend die tatsächliche zusätzliche Zeit bewerten.
Im TCO-Assistenten lassen sich die Kostenannahmen strukturieren. Modellpreise, Restwerte und aktuelle Verbrauchsdaten müssen separat belegt werden; dieser Beitrag ersetzt die entfernten Tabellen nicht durch geschätzte TCO-Zahlen.
